GLOSSAR

 

 

 

Embryotransfer (ET)

 

... bezeichnet die Übertragung eines Embryos von einer Embryonenspenderin (genetische Mutter) auf eine Empfängerin (Leihmutter). Hierbei wird die Spenderin in der Regel ganz normal besamt. Sechs bis neun Tage nach der Befruchtung im Mutterleib wird der Embryo durch eine nicht-chirurgische Gebärmutterspülung ausgeschwemmt und anschließend frisch (bis zu 2 Std.), gekühlt (bis zu 2 Tage) oder tiefgefroren (unbegrenzt) auf eine Empfängerstute übertragen. Der Transfer kann entweder wie bei einer Besamung nicht-chirurgisch über Scheide und Muttermund oder chirurgisch über die Bauchwand oder das Scheidendach erfolgen. Die erfolgreichste Methode ist die chirurgische, wenngleich auch die aufwendigere. Wichtig ist die Zyklussynchronität, d.h. beide Stuten müssen etwa am selben Tag Eisprung (ovuliert) haben, damit der Embryo in etwa die gleichen Entwicklungsbedingungen nach dem Transfer vorfindet, die er vor dem Transfer gehabt hat.

 

 

Embryonale Stammzellen

 

... entstammen den frühen Embryonalstadien aus der inneren Zellmasse, aus dem sich später der gesamte Organismus entwickelt. Diese Zellen sind noch totipotent, d.h. jede einzelne Zelle kann sich noch in jede beliebige Körperzelle weiterentwickeln, differenzieren. Dieser Zustand der Totipotenz geht mit zunehmender Entwicklung verloren. Kultiviert können diese Zellen jedoch ihre Totipotenz behalten. Injiziert man embryonale Stammzellen in erwachsenes Gewebe, z.B. Leber oder Niere, dann können diese Zellen das betreffende Gewebe „reaparieren“.

 

 

Follikelaspiration

 

Vorgang der Eizellgewinnung durch Absaugen der Eiblase (Follikel) vom Eierstock mit Hilfe einer Kanüle, die entweder durch die Bauchdecke oder aber durch das Scheidendach in die Bauchhöhle eingeführt wird. In der Humanmedizin Standart.

 

 

ICSI

 

Bei der intrazytoplasmatischen Spermieninjektion (ICSI) werden einzelne Spermienköpfe direkt in die Eizelle hineingespritzt. Benötigt wird dazu nur eine einzige Samenzelle (lediglich den Kopf, d.h. die Zelle kann auch unbeweglich sein !) pro Eizelle. Die Erfolgsraten in der Humanmedizin sind jedoch derzeit noch gering (deutlich unter 30 %)

 

 

In-Vitro-Befruchtung

 

(= In-Vitro-Fertilisation=IVF=Reagenzglasbefruchtung) Ein Begriff, der durch die Humanmedizin (Geburt von „Retortenbabies“) bekannt wurde. Die Befruchtung wird dann ins Reagenzglas (in-vitro) verlagert, wenn Eizelle und Samenzelle auf natürlichem Wege nicht zueinander gelangen können, z.B. wegen verklebter Eileiter.

 

 

Klonieren

 

... bedeutet die nichtgeschlechtlilche Fortpflanzung von Individuen, bei der es naturgemäß zu keiner Veränderung der Erbmasse kommt. Das heißt, dass die Nachkommen mit dem Vorfahren genetisch identisch sind, sie sich aber trotzdem in bestimmten phänotypischen Merkmalen unterscheiden können, da die Entwicklung auch äußeren Einflüssen unterliegt. (Bsp. Eineiige Zwillinge)

Beim adulten (erwachsenen) Klonieren entnimmt man dem Erwachsenen Tier (z.B. ein berühmtes Rennpferd) zunächst eine Gewebeprobe, etwa eine Hautprobe und züchtet eine Zellkultur. Am Tage X entnimmt man dann einer befruchteten Einzelle einer Spenderstute den eigenen Zellkern (ihre eigenen Gene) und injiziert dafür den Kern oder gar die ganze Hautzelle jenes berühmtes Rennpferdes. Es entwickelt sich dann, wenn alles gut geht, ein äußerlich ganz normaler Embryo, der jedoch nicht die Erbmasse der Eispenderin enthält, sondern die dies berühmten Rennpferdes. Nach Übertragung dieses Embryos auf eine Empfängerstute wächst schließlich ein Fohlen heran, dass genetisch mit dem berühmten Rennpferd identisch ist.

Bei Rindern, Schafen und Schweinen und auch Pferden ist diese Methode bereits mehrfach erfolgreich angewendet worden, jedoch werden derzeit noch viele missgebildete Früchte abortiert.

 

 

PID (Präimplantations-Diagnostik)

 

Heute ist es möglich, aus nur wenigen Zellen eines Embryos Informationen über seine Gene zu erhalten. Vor der Implantation (Übertragung) eines Embryos in die Leihmutter kann festgestellt werden, ob dieser Embryo bestimmte gewünschte oder unerwünschte Gene aufweist. Erst nach Vorliegen der Analyseergebnisse wird übertragen oder nicht. Im humanmedizinischen Bereich zur frühzeitigen Vermeidung schwerster Erbdefekte im Gespräch, wird allerdings wegen des potenziellen Missbrauchs (Erzeugung von „Designer-Babies“) häufig abgelehnt. Die Diskussion lässt sich jedoch auf Tiere schlecht übertragen, da hoier ja ohnehin durch die Zuchtwahl von außen ein menschenunwürdiges Verfahren Anwendung findet.

 

 

Sexing

 

... meint die Geschlechtsbestimmung an Samenzelle oder Embryonen. Da X-Chromosomen schwerer sind als Y-Chromosomen und weibliche Organismen zwei X-Chromosomen besitzen, während männliche ein X- und ein Y-Chromosom haben, kann mit Hilfe der molekularbiologischen Technik der PCR (polimerase chain reaction) das Geschlecht schon zu einem sehr frühen Zeitpunkt bestimmt und eine entsprechende Auswahl für den Transfer getroffen werden.

 

 

TG (=Tiefgefrier) –verfahren

 

Zur Langzeitkonservierung werden lebende Zellen, z.B. Samen, Eizellen oder Embryonen, in flüssigem Stickstoff bei minus 196 Grad Celsius gelagert. Nach dem Auftauen entwickeln sich 50 – 70 % von ihnen unbeschadet weiter. Allgemein gilt: Je größer die Zelle bzw. der Embryo, desto geringer die Überlebenschance.

 

 

Therapeutisches Klonieren

 

In der Humanmedizin versteht man darunter die Behandlung schwerer Erkrankungen, die auf Gendefekten beruhen, mit embryonalen Stammzellen, welche aus einem extra hierfür hergestellten Embryo des erkrankten Patienten angezüchtet worden sind. Diese Stammzellen können in-vitro während einer Kultivierung genetisch repariert, bzw. geheilt werden. Nach Überprüfung der Heilung des Gendefektes können sie dann dem Patienten in die entsprechenden Zielorgane eingepflanzt werden und so die defekten Zellen ergänzen. Diese Methode ist medizinisch besonders elegant, weil die eigenen embryonalen Stammzellen vom Körper nicht abgestoßen werden.



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